Wirtschaftsvereinigung Stahl zu Durban: EU kann Lasten nicht einseitig schultern
Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hofft auf Fortschritte auf dem 17. Weltklimagipfel in Durban, Südafrika, der in diesen Tagen in die entscheidende Phase tritt.
„Alle Industrieländer und auch die aufholenden Volkswirtschaften wie China oder Brasilien müssen sich zu überprüfbaren und vergleichbaren Treibhausgasreduktionen verpflichten“, fordert Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. „Alles andere wäre ein Misserfolg. Die Europäische Union kann die Lasten des Klimaschutzes nicht einseitig schultern.“
Die EU stehe heute für wenig mehr als zehn Prozent des globalen CO2-Ausstoßes, während die Schwellenländer bereits ein Drittel der globalen Emissionen ausmachten, mit steigender Tendenz. „Im Alleingang kann der weltweite Treibhausgasausstoß nicht bewältigt werden. Ein internationales Abkommen ist alternativlos und muss das oberste Ziel der deutschen Klimaschutzbemühungen sein“, so Kerkhoff.
Mangelnde Erfolge beim internationalen Klimaschutz dürfen nicht durch doppelte Anstrengungen im eigenen Land kompensiert werden, warnt der Stahlpräsident. „Wenn andere Staaten nicht mitziehen, ist eine weitere Verschärfung des europäischen Klimazieles sinnlos und gefährlich.“ Solange Konkurrenten in außereuropäischen Regionen keine vergleichbaren Kosten für Energie und den Kauf von Emissionsrechten zu tragen haben, müssten Ziele und Instrumente mit Augenmaß gewählt werden, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Schon heute ist die Stahlindustrie von Energie- und Klimareglementierungen betroffen und steht an der Belastungsgrenze. Dabei ist die Werkstoffindustrie unverzichtbar, um Produkte zu erzeugen, die die Ressourceneffizienz steigern.
„Nur eine wettbewerbsfähige Industriebasis garantiert Arbeitsplätze, Wohlstand und technologische Lösungskompetenz. Eine Deindustrialisierung würde Deutschland schaden, aber dem Weltklima nicht helfen“, erläutert Kerkhoff. Deshalb seien für die Stahlindustrie eine kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten und Belastungsbegrenzungen bei Energieabgaben unabdingbar.
Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl


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