Ausblick Stahlpreis bis Ende 2012
Stahlpreise auf niedrigem Preisniveau von 2009 – China’s Wachstum nimmt ab – Energiepolitik als Unsicherheitsfaktor
1. Stahlpreis auf geringsten Niveau seit Herbst 2009
Die Entwicklung des Stahlpreises ist zur Zeit eher für die Einkäufer erfreulich als für die Produzenten: seit Herbst 2009 stieg der Stahlpreis kontinuierlich – angetrieben von der anziehenden Konjunktur und der erhöhten Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland.
Die Marktforschungsgesellschaft MEPS prognostiziert, dass der Abwärtstrend nun kurz vor dem Ende ist und im Laufe des Q3 und Q4 2012 der Stahlpreis wieder ansteigen wird. Vor allen die Stahlproduzenten – die den Stahlpreis um bis zu 5% erhöhen wollten – werden nun versuchen, ihre gestiegenen Preisen für Rohmaterialien wie Eisenerz oder Kokskohle durchzusetzen.
2. Wachstum in China nimmt ab
China’s Wirtschaftswachstum wird einstellig: nach mehreren Jahren mit einem Wirtschaftswachstum von 10% und mehr nimmt nun das Wachstum ab und soll in 2012 bei 7,5 Prozent liegen. Die Abhängigkeit vom Export soll verringert und der Binnenkonsum erhöht werden. In den letzten Jahren wurden viele anlagenintensive Projekte umgesetzt – auch hier wird die Anzahl der weiteren Großprojekte wohl zurückgefahren werden. Auch die Politik wird aktiv: es soll an einem staatlichen Konjunkturpaket gearbeitet werden.
3. Preiserhöhungen von Stahlproduzenten schwer durchsetzbar
Die Branchenschwergewichte Salzgitter, ArcelorMittal und ThyssenKrupp streben höhere Verkaufspreise an. Aus der Krise haben die Stahlhändler jedoch ihre Schlüsse gezogen und agieren trotz des geringen Preisniveaus eher vorsichtig, um keine unnötigen Lagerbestände aufzubauen. Daher ist die tatsächliche Durchsetzbarkeit eher fraglich.
4. Unsicherheitsfaktor: Energiewende
Nicht nur die Politik in China sorgt für unsichere Bedingungen – auch die deutsche Politik trägt ihren Teil dazu bei. Ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor für die Stahlproduzenten bei der energieintensiven Herstellung ist der Strompreis. Da es beim Thema Energiewende jedoch noch keine Einigung besteht, macht dies eine verlässliche Planung unmöglich.
Aktuelle Charts zum Stahlpreis 2012 finden Sie hier.
Quellen: MEPS, produktion.de, BME, worldsteel


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